Wie die Kellerin zu Harried kam und was sie sonst noch erlebte:

Es war im Oktober 2005, ein Sonntag:

6.00Uhr setzte sich der Bus des Reiseunternehmens City Tour von Wurzen in Richtung Amsterdam in Bewegung. An Bord des Busses die Kellerin, Hella, eine Kollegin von ihr und Ruth und Karin, ihre Freundinnen. Ungefähr aller 2 Stunden machten sie eine Rast. Das Wetter wusste nicht so recht, was es wollte und so wechselten sich Sonnenschein und Regen ab, bis sie in Amsterdam waren. Zwischendurch sahen sie den Film „Braveheard“ mehr oder weniger freiwillig. Ein schöner knackiger Held mit einem mehr als tragischen Ende. Aber der Film spielte genau dort, wohin sie unterwegs waren und so nahmen sie es tapfer. Gegen 15.35 Uhr verließen sie ihren Bus um auf ihr Schiff, die „Queen of Scandinavia“ zu kommen. Nach zwei Passkontrollen und einem Tickettausch, denn die vier aus der Mockrehnaer Truppe hatten eine Viererkabine gebucht, gelangten sie in ihr Etablissement auf dem Schiff. Schock! Die Kabine war winzig und die Kellerin unterdrückte ihre aufsteigende Panik indem sie dachte: Hier fahren täglich Leute mit, die alle ganzbeinig wieder ankommen. Also tief Luft holen und durch. Kein Fenster (warum wohl nicht?), wenn mehr als zwei standen, wurde es eng.
Sie teilten die Betten auf, machten sich kurz frisch und gingen an Deck, denn bis zur Abfahrt dauerte es noch reichlich zwei Stunden. Sie bestaunten Amsterdam, telefonierten erstmalig mit den Familien und besichtigten die einzelnen Unterdecks um zu erkunden, wo sie ihr Dinner Büffet am Abend finden würden. Pünktlich 19.00Uhr legten sie ab. Je weiter sie den schützenden Hafen verließen, umso mehr bewegte sich das Schiff. Sie beschlossen, noch einmal in die Kabine zu gehen und sich für das Abendessen fertig zu machen. Auf dem Weg nach unten verstärkte sich die Schaukelei, aber als sie in ihrer Kabine waren merkten sie, dass es dort nicht ganz so doll war. Sie wussten nun auch warum. Sie waren im untersten Deck untergebracht. Unmittelbar über dem Kiel und UNTER DEN AUTOS UND BUSSEN!!!! Das Abendessen war vorzüglich, aber alle waren hundemüde und so ließen sie sich 21.30 Uhr sanft in den Schlaf wiegen. Die Kellerin jedenfalls stellte sich eine schaukelnde Hängematte vor, als sie die Augen geschlossen hatte. 
Montag:
7.00Uhr: Beim Aufwachen tat ihr Magen weh. Das hatte sie schon einmal erlebt und so bat sie Hella, ihr eine Reisetablette zu geben. Diese hatte auch grade eine genommen. Ruth und Karin brauchten keine.
Es schaukelte immer noch ganz schön und sie duschten sich und versorgten Hella mit einer Tüte, der es nicht besonders gut ging. Sie musste aber was essen und so schleppten die drei sie zum Frühstücks Büffet.
Nachdem sie Hella mit einem Brötchen versogt hatten, brachte Karin das Kunststück fertig, allen Kaffee einzugießen, was bei dem Seegang gar nicht mal so einfach war.
Der Kellerin ging es wieder gut, Hella mümmelte an ihrem Brötchen herum und Ruth verließ nach kurzer Zeit fluchtartig die illustre Runde um sich noch etwas hinzulegen. Sie sah auf einmal recht grün um die Nase aus.
Nach dem Frühstück buxierten sie Hella aus dem Speisessaal um sie wiederum mit einer K Tüte zu versorgen, die sie dankend füllte.
Danach ging es ihr merklich besser und Karin und die Kellerin parkten sie bei Ruth in der Kabine ab, um bis zur Abfahrt noch ein wenig im Schiff herum zu wandern.
Kurz vor dem Anlegen holten sie die beiden wieder ab und verließen, alle wieder putzmunter, das Schiff in New Castle.
Ihr erster Halt war am Römischen Kastell in der Nähe eines noch sichtbaren Stückes vom Hadrians Wall, der zu Zeiten der Wickinger und anderer Eindringlinge gebaut wurde. Er war ursprünglich 6m hoch und durchzog das gesamte Land entlang der Küste.
Sie hatten, laut Braveheard, das beste schottische Wetter(es goss wie aus Kübeln).
Mit einer durch die passende Musik unterlegten Berg und Talfahrt, die sich stellenweise anfühlte, als wenn sie abheben wollten, näherten sie sich der Grenze zu Schottland.
Es war 11.30Uhr, als sie mit den Dudelsack-Klängen von „Amazing graze“
Schottland erreichten.
Die Mutigen, die sich wagten den Bus zu verlassen um an den Grenzsteinen ein Foto zu machen kamen mit wild zerzausten Haaren, kaputten Schirmen und klatschnass zurück in den Bus.
12.00 Uhr Jedburgh Castle, es war immer noch das schönste schottische Wetter.
Der Busfahrer fuhr hinauf in das Schloss, dessen Insassen es in seiner Funktion als Gefängnis, vor einigen 100 Jahren, gar nicht schlecht hatten (wenn man nicht gerade geistesgestört oder „besessen“ war). Irgendwie war die Kapazität dann bald nicht mehr ausreichend, so dass es anderweitig genutzt wurde.
Der Rundgang durch die Gemäuer, die ein Museum beherbergten, war bald zu Ende und im schönsten schottischen Wetter stiefelten alle hinunter zum Busparkplatz, wo Ruth und die Kellerin einen Schirm in Schottenlook kauften. Der Wettergott hatte den Wink verstanden und schloss die Schleusentore.
16.20 Uhr Shirling Castle. Da ihre Gasteltern sie erst 18.00 Uhr in Tallybody erwarteten, wollte man sich das Schloss ansehen, wo Braveheard so getäuscht wurde, aber leider wurde gerade zugemacht und sie durchforsteten den dortigen Souvenir Shop. Noch war es zu zeitig für Mitbringsel und so gingen sie wieder zum Bus, wo man gerade beschlossen hatte den Teil der Reisegruppe, die im Hotel in Stirling übernachtete, dort schon mal abzuladen.
Das war ganz gut so, denn der Berufsverkehr war genauso stark wie in Deutschland und so kamen sie erst kurz vor der vereinbarten Zeit in Tallybody an.
John schmunzelte, als die Kellerin auf der Fahrerseite einsteigen wollte.
Mist! Linksverkehr! Aber das hatte er sicher nicht zum ersten Mal erlebt.
Die Gasteltern von Ruth und der Kellerin waren ein älteres Ehepaar, die sich auf ausländische Gäste spezialisiert hatten. Sie schliefen in einem sehr nobel eingerichteten Zimmer. John und Evelyn gaben sich alle Mühe sie gut zu versorgen und nach einem Drei - Gänge -Menü von Evelyn beschlossen sie, nur eine Katzenwäsche zu machen, um dann am Morgen zu duschen. Hundemüde fielen sie ins Bett, kämpften kurz mit der gemeinsamen Zudecke und schliefen den Schlaf der Gerechten.
Dienstag: 6.30 Uhr – nach dem Aufwachen versuchte die Kellerin die Dusche in Gang zu bringen. Das Prinzip hatte sie erkannt, wollte aber vorsichtshalber nichts kaputt machen und so mussten sie warten, bis jemand von den Gasteltern aufstand.
Ihre Geduld wurde auf eine harte Probe gestellt, denn John erschien 7.50 Uhr um ihr Frühstück zu machen.
Nachdem er die Dusche erklärte, beeilten sie sich um nicht zu spät zu kommen. Das nächste Problem war Ruth’s Multi- Steckdose, die zwar passte, aber den erwartungsvoll erhobenen Fön nicht mit Strom versorgte. Auch hier half John und nachdem Ruth herausgefunden hatte, warum der Multi nicht ging, konnten beide gleichzeitig Haare fönen und „entlocken“.
John machte Frühstück und Lunchpakete und nachdem die Kellerin die legendäre Erdnussbutter kennen gelernt hatte und beide gestärkt waren, wurden sie nach Tallybody gebracht, wo der Bus nicht lange auf sich warten ließ. Karin und Hella waren in Aloe untergekommen und hatten die Bekanntschaft mit zwei überdimensionalen Hunden machen müssen. Arme Karin, aber sie trug es tapfer.
Unser Ziel war Edingbourgh. Die Stadtrundfahrt war genauso interessant wie abenteuerlich und wir erfuhren, in welch winzigen, stark befahrenen Straßen unser Bus wenden konnte. Die Deutschen hätten mit Hupkonzerten auf unsere Stunt’s geantwortet, die Schotten nahmen’s gelassen. 
Sonnenschein und angenehme Temperaturen machten die Aussicht auf diese alte ehrwürdige Stadt zu einem echten Erlebni
Danach besuchten sie das „Dynamic Earth“, wo sie die Entstehung, Entwicklung und Gegenwart unserer Erde aus geologischer Sicht erlebten. Toll gemacht und sehr zu empfehlen.
Höhepunkt des Tages war das Edingbourgh Castle von wo aus sie ihren ersten Einkaufsbummel unternahmen.
Nach einem Imbiss, bei dem sie nicht so recht wussten, was sie da bestellt hatten(was sich aber zum Glück als schmackhaft entpuppte) hörten und sahen sie einen Dudelsackspieler. Die Begeisterung der Kellerin fand fast keine Grenzen.
Hier erstand sie mich, Harried, nachdem sie fast einen Dudelsack gekauft hätte.
18.30 kamen sie wieder in Tullybody an, wo sie von John schon erwartet wurden.
Karin und Hella entschwanden zu ihren Hündchen.
Wieder ein Drei Gänge Menü und nichts, wie ins Bett.
Mit den Klängen einer neuen CD mit schottischen Liedern schliefen sie bald ein.
Mittwoch: Erster Blick auf die Uhr, it’s seven o clock. Die Kellerin ging als erste duschen, dann Ruth, danach föhnten sie sich die Haare, zogen sich an, machten das Bett und erwarteten John, der ihr Frühstück zubereiten würde.
Zweiter Blick auf die Uhr. 6.00Uhr!!!!!! Sie waren schon um 5.00 Uhr aufgestanden und John wird nicht vor dreiviertel acht herunterkommen.
Nachdem sie sich erst mal ausgeschüttet haben vor Lachen, legten sie sich mit voller Montur ins Bett, wo sie immer mal wieder vom Lachen geschüttelt wurden, aber der Schlaf wollte sich nicht mehr so richtig einstellen.
Als John das Frühstück brachte, meinte er, dass sie kein gutes Wetter haben würden. Die Kellerin war sehr optimistisch(sie hatten ja nun Schirme) aber John sollte Recht behalten.
10.00Uhr trafen sie bei der angeblich ältesten Whiskey – Brennerei Schottlands ein. The Famous Grous Experience.
Ihnen wurde zwar gesagt, die Jacken könnten im Bus bleiben, aber der Busfahrer hatte wahrscheinlich Hitze. Diejenigen, die ihre Jacken angezogen hatten, bereuten es nicht. Arme Ruth, sie hatte keine mitgenommen.
Nach der Führung kam die Verkostung und natürlich wurde nun auch im dortigen Shop heftig zugelangt.
Nach einer kurzen Mittagspause im Bus sollte es in die langersehnten Highlands gehen. Es hatte angefangen zu regnen und entwickelte sich wieder zum besten schottischen Wetter.
Der Nationalpark war schwer beeindruckend, ebenfalls die vielen „Löcher“, aber zum Loch Lomond und in die Highlands sind sie nicht gekommen. Der Busfahrer
meinte, dass die Sicht so schlecht sein würde, dass sie umsonst den weiten Weg auf sich nehmen würden und so stimmten alle schweren Herzens zu, nach Stirling zurückzufahren und einen ausgiebigen Einkaufsbummel zu machen. Die Burgfanatiker besichtigten nun doch noch das Schloss und nach einem geruhsamen Nachmittag kamen sie pünktlich 18.00Uhr in Tullybody an.
Natürlich mussten sie berichten, warum sie schon da waren, denn wenn sie in die Highlands gefahren wären, hätte der Zeitplan nicht hingehauen.
Evelyn fragte, ob Ruth und die Kellerin wieder so zeitig aufstehen wollten und sie verneinten das lachend. Wieder ein Drei Gänge Menü und schweren Herzens packten sie ihre Sachen, denn am nächsten Abend wartete eine Kabine des „Duke of Scandinavia“ auf sie.
Donnerstag: Nach dem Frühstück, Evelin war auch mit aufgestanden um sie zu verabschieden, ging es zum letzten Mal nach Tullybody, wo sie sich herzlich auch von John verabschiedeten.
Eigentlich waren sie mehr als aufgeregt, denn heute würden sie in das Schloss fahren, das in den Harry Potter Verfilmungen „Hogwarts“ ist.
Pünktlich ging es los und zur Einstimmung gab es den Film "Harry Potter und der Stein der Weisen".
Nach einem durch einen Verkehrsunfall bedingten Stau, bei dem sie gleich die Mittagspause vorverlegten, ging es 11.45 Uhr zügig weiter bis Alnwick Castle wo sie auf den Spuren von Harry Potter wandelte
Das Schloss und seine Umgebung beeindruckten sie sehr, obwohl man viel Fantasie haben musste, um Hogwarts zu erkennen. Wenigstens fanden sie die
Flugschule und machten natürlich ein Foto.
Die „Innereien“ des Schlosses interessierten sie nicht wirklich. Es ist noch bewohnt und bei dem Prunk der dort herrscht, könnte man schon neidisch werden.
Aber sie suchten nach weiteren Zeichen der Harry Potter Verfilmungen ohne sie wirklich zu finden.
Ein Rommé Spiel mit Bildern aus dem dritten Teil entschädigte ein wenig.
Von Alnwick nach New Castle war es nicht mehr weit und 16.10 Uhr warteten sie auf den Startschuss zum Einchecken auf den „Duke“. Sie sahen an ihren Kabinentickets, dass sie wieder ganz, ganz unten waren. Überraschung! Die Kabine war freundlicher und geräumiger als bei der Hinfahrt. Nur der Lautsprecher war sehr leise. Die Kellerin drehte auf volle Kanne, damit sie am Morgen das Wecken nicht verpassen und dann gingen alle vier wieder vereint zum Abendessen.
Als sie von dort zurück in die Kabine kamen, erwarteten sie tropische Temperaturen, denn der vermeintliche Lautstärkeregler war für die Wärme in der Kabine gedacht. Mist!
Nun hatten sie Zeit ihre letzten „Mäuse“ auf den Kopf zu hauen und noch etwas für die Familien mitzunehmen. Der Duke schaukelte so gut wie gar nicht und Ruth und die Kellerin wagten sich auf’s Außendeck, wo sie die Küste entschwinden sahen.
Es war sternenklar und herrlich. Sie ließen sich den Wind um die Nase wehen und genossen die Ruhe und das Meer.
Nachdem sie sich wieder zu Karin und Hella gesellt hatten, die auf einem der oberen Decks an einem der Sitzgelegenheiten mit kleinem Tischchen auf sie warteten, holten sie sich etwas zu trinken und schwatzten und schwelgten in Erinnerungen bis sie dann wieder in ihr Tropenreich zurückkehrten um eine ruhige Nachtruhe zu halten.
Freitag:
Das Schiff schaukelte auch am Morgen nicht weiter und so konnten sie das Frühstücks- Büffet in vollen Zügen genießen.
10.00Uhr verließen sie das Schiff und Amsterdam, um nach Deutschland zurückzukehren.
12.00Uhr Stop auf einem Rastplatz in Holland und eine Überraschung. Ihre Reisegesellschaft hatte für sie ein kostenloses Picknick vorbereitet. Die Leiterin war persönlich mit einem ihrer Schwiegersöhne erschienen.
Nun fuhren sie aber zügig in Richtung Heimat und "Harry Potter und der Gefangene von Askaban" begleiteten sie dabei.
Gegen 21.00Uhr ging es von Wurzen wieder nach Hause, wo sie alle schon sehnsüchtig erwartet wurden.